Die heilige Faustina Kowalska

Eine unwahrscheinliche Herkunft für eine künftige Heilige
Faustinas frühes Leben ließ kaum erahnen, was folgen würde. Als Helena Kowalska 1905 im polnischen Dorf Głogowiec geboren, das dritte von zehn Kindern einer armen Bauernfamilie, verließ sie die Schule bereits nach drei Jahren und ging arbeiten als Hausangestellte, um ihren Haushalt zu unterstützen. Seit ihrer Kindheit fühlte sie sich zum Ordensleben hingezogen, doch ihre Eltern verweigerten ihr die Erlaubnis, diesem Weg zu folgen, bis sie zwanzig war —kaum der Lebenslauf einer Frau, die später die weltweite katholische Frömmigkeit umgestalten sollte.
Fotografie von Schwester Faustina Kowalska, 1931 — gemeinfrei.
Visionen, aufgezeichnet auf Bitten eines Beichtvaters
Nachdem sie in ein Kloster in Warschau eingetreten und später nach Płock und dann nach Vilnius versetzt worden war, begann Faustina von Visionen und Gesprächen mit Jesus zu berichten. Ihr Beichtvater in Vilnius, Pater Michael Sopoćko, riet ihr, diese Erfahrungen schriftlich festzuhalten —eine Anweisung, aus der ein Tagebuch von fast 700 gedruckten Seiten entstand, später veröffentlicht als Tagebuch: Barmherzigkeit Gottes in meiner Seele. Es ist ein ungewöhnlich detaillierter Bericht aus erster Hand, geschrieben nicht zur Veröffentlichung, sondern auf die konkrete Anweisung des Priesters, der ihr geistliches Leben begleitete.
Ein Bild, in Auftrag gegeben nach einer Vision
Unter den folgenreichsten Ergebnissen dieser Visionen war ein konkretes Bild: Mit Pater Sopoćkos Hilfe gab Faustina bei einem Künstler das Barmherzigkeits-Bild in Auftrag, gemalt nach genau dem, was sie beschrieb, gesehen zu haben —Christus, aus dessen Herz Lichtstrahlen ausgehen. Dieses Bild ist heute, zusammen mit den Gebeten und frömmigkeitlichen Praktiken, die sie aufzeichnete, in der gesamten katholischen Welt bekannt, in Kirchen und Wohnungen weit über die polnischen Klöster hinaus, aus denen es ursprünglich stammt.
Die erste Heilige eines neuen Jahrtausends
Faustina starb 1938 an Tuberkulose, im Alter von nur 33 Jahren. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1993 selig und am 30. April 2000 heilig —bewusst so terminiert, dass es auf die erste universelle Feier des Sonntags der Barmherzigkeit Gottes fiel, ein Fest, das Johannes Paul II. selbst eingeführt hatte. Der Papst hob die Bedeutung dieses Moments eigens hervor und bezeichnete Faustina als die erste im neuen Jahrtausend heiliggesprochene Heilige —ein außergewöhnliches Ergebnis für eine Frau, deren Schulbildung schon endete, bevor sie zehn Jahre alt war.
Trivia
Wie sah Faustinas Leben aus, bevor sie ins Kloster eintrat?
Was sah Faustina in ihren Visionen von Christus?
Was ist das Tagebuch der heiligen Faustina?
Wie schnell wurde Faustina nach ihrem Tod heiliggesprochen?



