Der heilige Maximilian Kolbe

Ein Kloster als Widerstandspresse
Vor seiner Verhaftung leitete Kolbe Niepokalanów, ein Kloster bei Warschau, das zu einem beachtlichen Verlagsbetrieb herangewachsen war, komplett mit einem eigenen Amateurfunksender. Unter deutscher Besatzung produzierte dasselbe Verlagsnetzwerk weiterhin antinazistisches Material und machte damit das Kloster und seine Ordensbrüder zu einer klaren Zielscheibe, sobald die Besatzungsbehörden begannen, verbliebene organisierte Widerstandsstrukturen zu zerschlagen. Kolbe wurde 1941 verhaftet und nach Auschwitz gebracht.
Fotografie von Maximilian Kolbe, 1936 — gemeinfrei.
Weiterhin dienen, mitten im Lager
Selbst unter den brutalen Bedingungen von Auschwitz funktionierte Kolbe weiter als Priester —er spendete Trost und geistlichen Beistand, soweit er konnte, an Gefangene, die Bedingungen erduldeten, die eigens darauf angelegt waren, genau diese Art von Würde zu zerstören. In genau diesem Umfeld wählten die Wachen des Lagers, als Vergeltung nach einem Fluchtversuch, zehn Gefangene wahllos aus, die als Warnung an alle anderen verhungern sollten.
Ein Freiwilliger, um den niemand gebeten hatte
Einer der zehn ausgewählten Männer, Franciszek Gajowniczek, flehte um sein Leben und wies darauf hin, dass er eine Frau und Kinder habe, die außerhalb des Lagers auf ihn warteten. Kolbe, der überhaupt nicht ausgewählt worden war, trat vor und bat darum, an seiner Stelle einzunehmen —ein Angebot, das die Wachen, ungewöhnlicherweise, annahmen. Es ist eine Entscheidung ohne praktische Erklärung, außer jener, von der Kolbe selbst offenbar ausging: dass sein eigenes Leben eines war, das er bereit war, für einen Fremden herzugeben.
Eine Todesstrafe überdauern, die auf Langsamkeit angelegt war
Im Hungerbunker berichteten Zeugen, dass Kolbe die übrigen Verurteilten im Gebet und Gesang anführte, statt in Verzweiflung zu verfallen, und etwa zwei Wochen ohne Nahrung und Wasser überlebte —länger, als die Wachen offenbar erwartet hatten. Er war der Letzte der zehn, der noch lebte, und wurde schließlich durch eine tödliche Injektion getötet. Franciszek Gajowniczek, der Mann, dessen Platz Kolbe eingenommen hatte, überlebte den Krieg und war Jahrzehnte später sowohl bei Kolbes Seligsprechung als auch bei seiner Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II. 1982 anwesend —ein direktes, lebendiges Bindeglied zwischen dem Opfer und seiner bleibenden Anerkennung.
Trivia
Was tat Kolbe vor seiner Verhaftung?
Warum wurde Kolbe nach Auschwitz gebracht?
Wofür genau meldete sich Kolbe freiwillig?
Was geschah mit Kolbe im Hungerbunker?



