Die heilige Teresa von Ávila

Eine gewöhnliche Nonne, bevor die mystischen Erfahrungen begannen
Teresa trat als junge Frau in ein Karmelitenkloster in Ávila ein, und jahrelang verlief ihr Ordensleben, ihren eigenen späteren Worten nach, einen ziemlich gewöhnlichen Weg. Das änderte sich, als sie begann, intensive mystische Zustände zu erleben —Visionen und Gebetsphasen, so mitreißend, dass sie nach und nach ihr gesamtes Verständnis davon umgestalteten, was ein kontemplatives Leben sein könnte und wovon sich ihr eigener Orden ihrer Meinung nach entfernt hatte.
Peter Paul Rubens, "Die Taubenvision der heiligen Teresa von Ávila," c. 1614 — gemeinfrei.
Einen Orden von innen heraus reformieren
Statt bloß über diese Überzeugung zu schreiben, handelte Teresa danach. 1562 eröffnete sie mit Genehmigung des Papstes das erste Kloster dessen, was als Unbeschuhte Karmelitinnen bekannt wurde —eine Reform, die darauf zielte, eine strengere, asketischere und wirklich kontemplativere Form des Karmelitenlebens wiederherzustellen. Sie gründete in der Folge Klöster in ganz Spanien, und der von ihr begonnenen Bewegung schloss sich bald der jüngere Ordensbruder und Mystiker Johannes vom Kreuz an, was eine Reform besiegelte, die den Orden für Jahrhunderte umgestalten sollte.
Ein von Feuer durchbohrtes Herz
Unter Teresas mystischen Erfahrungen hat sich eine besonders lebendig in der christlichen Kunst erhalten: die "Transverberation", bei der sie beschrieb, wie ein Engel ihr Herz mit einem feurigen Speer durchbohrte und sie zugleich in heftigen körperlichen Schmerz versetzte und von göttlicher Liebe überwältigte. Das Bild, das Jahrhunderte später in Berninis Skulptur "Die Verzückung der heiligen Teresa" eingefangen wurde, schöpft direkt aus ihrem eigenen schriftlichen Bericht über diesen Moment —eine der klarsten Beschreibungen mystischer Erfahrung in der gesamten christlichen Tradition.
Von Klostermauern zur Kirchenlehrerin
Teresas eigene Schriften —ihre Autobiographie, Die innere Burg und Der Weg der Vollkommenheit— wurden zu grundlegenden Texten dafür, wie spätere Generationen christliche Mystik und Gebet verstehen sollten. Dieser bleibende Einfluss führte 1970 dazu, dass Papst Paul VI. sie zur Kirchenlehrerin erklärte, der ersten Frau, der dieser Titel in der Geschichte der Kirche je verliehen wurde. Es war ein außergewöhnliches Ergebnis für eine Frau, deren Ordensleben, ihrer eigenen Beschreibung nach, recht unauffällig begonnen hatte.
Trivia
Was war die Karmelitenreform, die Teresa gründete?
Was war Teresas 'Transverberation'-Erfahrung?
Was schrieb Teresa?
Warum wurde Teresa zur Kirchenlehrerin ernannt?



