Die heilige Katharina von Siena

Katharina hatte keine offizielle Stellung in der Kirche —keine Weihe, keinen Titel, keinerlei formelle Autorität. Was sie hatte, war ein Ruf der Heiligkeit, überzeugend genug, dass ein Papst nach der Lektüre ihrer Briefe zustimmte, das gesamte Papsttum zurück nach Rom zu verlegen.
Saint Catherine of Siena
Möchtest du Katharinas furchtlose Überzeugung über deinem eigenen Zuhause? Saint Catherine of Siena

Eine Vision mit sieben Jahren

Katharinas geistliches Leben begann bemerkenswert früh. Mit nur sieben Jahren berichtete sie von einer Vision Christi, thronend in päpstlichen Gewändern, begleitet von den Aposteln Petrus, Johannes und Paulus —eine Erfahrung, lebendig genug, dass sie darauf mit einem privaten Keuschheitsgelübde reagierte und sich Gebet und Buße widmete, lange bevor die meisten Kinder alt genug sind, um solche Entscheidungen mit bleibendem Gewicht zu treffen. Die Vision, so ihr eigener Bericht, sollte sich für immer in ihre Seele einprägen.

Ein Nahaufnahme-Gemälde einer jungen Frau mit einer Dornenkrone, die Augen nach oben gerichtet, die Hand an ihre Brust gelegt.

Giovanni Battista Tiepolo, "Die heilige Katharina von Siena," 18. Jahrhundert — gemeinfrei.

Einen Papst bewegen, ohne irgendein Amt zu bekleiden

Was Katharinas späteren Einfluss so ungewöhnlich macht, ist, dass sie ihn ganz ohne formellen Rang in der Kirche erreichte —keine Weihe, keine offizielle Rolle, nichts außer ihrem Ruf der Heiligkeit und einer außergewöhnlichen Begabung für direktes, überzeugendes Schreiben. Sie reiste als inoffizielle Vermittlerin nach Avignon, in einer Zeit, in der das Papsttum seit Jahrzehnten in Frankreich beheimatet war, und durch anhaltende Korrespondenz und persönliche Appelle wird ihr weithin eine entscheidende Rolle dabei zugeschrieben, Papst Gregor XI. davon zu überzeugen, den päpstlichen Sitz 1377 nach Rom zurückzuverlegen —und damit fast siebzig Jahre dessen zu beenden, was als Avignoner Papsttum bekannt wurde.

Wunden, die niemand sonst sehen konnte

Katharinas mystische Erfahrungen setzten sich neben ihrem öffentlichen Wirken fort. 1375, während des Gebets in Pisa, berichtete sie, die Stigmata empfangen zu haben —die Wundmale Christi—, wobei die Male auf ihren eigenen Wunsch hin für den Rest ihres Lebens für alle außer ihr selbst unsichtbar blieben. Es war ein stilles, privates Leiden, das sie neben einen sehr öffentlichen Dienst legte, bewusst verborgen gehalten, selbst als ihre Briefe Päpste und Fürsten erreichten.

Ein kurzes Leben, eine bleibende theologische Stimme

Katharina starb in Rom mit nur 33 Jahren, nachdem sie in den letzten Jahren ihres Lebens ihr bedeutendstes theologisches Werk diktiert hatte, Der Dialog —aufgezeichnete Gespräche zwischen ihr und Gott, die zu einem prägenden Text der mittelalterlichen christlichen Mystik wurden. 1970 erklärte Papst Paul VI. sie zur Kirchenlehrerin, nur wenige Tage, nachdem er Teresa von Ávila dieselbe Auszeichnung verliehen hatte —womit Katharina zu einer der allerersten Frauen in der Geschichte der Kirche wurde, die deren höchste Anerkennung für theologisches Schrifttum erhielt, erreicht, ohne je ein formelles Amt innerhalb der Institution bekleidet zu haben, die sie mitgestaltete.

Trivia

Wie alt war Katharina, als sie ihre erste große Vision hatte?
Sie war erst sieben, als sie von einer Vision Christi berichtete, thronend in päpstlichen Gewändern neben den Aposteln Petrus, Johannes und Paulus —eine Erfahrung, nach der sie ein privates Keuschheitsgelübde ablegte und sich Gebet und Buße widmete.
Welche Rolle spielte Katharina beim Avignoner Papsttum?
Sie reiste als inoffizielle Vermittlerin nach Avignon und wird durch ihre beharrlichen Briefe und Appelle weithin als eine der treibenden Kräfte anerkannt, die Papst Gregor XI. davon überzeugten, den päpstlichen Sitz 1377 nach Rom zurückzuverlegen und damit fast siebzig Jahre päpstlicher Residenz in Frankreich zu beenden.
Empfing Katharina wirklich die Stigmata?
Der Überlieferung nach empfing sie 1375 während des Gebets in Pisa die Wundmale Christi —wobei die Male auf ihren eigenen Wunsch hin zu ihren Lebzeiten für andere unsichtbar blieben.
Warum wurde Katharina zur Kirchenlehrerin erklärt?
1970 ernannte Papst Paul VI. sie zur Kirchenlehrerin —nur wenige Tage, nachdem Teresa von Ávila dieselbe Auszeichnung erhalten hatte— und würdigte damit die theologische Tiefe ihrer Schriften, insbesondere ihres mystischen Werks Der Dialog, das sie in den letzten Jahren ihres kurzen Lebens diktierte.
Saint Catherine of Siena
Möchtest du Katharinas furchtlose Überzeugung über deinem eigenen Zuhause? Saint Catherine of Siena
✦   Link copied

Find us

Explore the full collection and bring sacred art into your home.