Der auferstandene Christus

Eine Ankündigung vor jeder Erklärung
Die Frauen, die am dritten Tag zum Grab kommen, sind darauf gefasst, einen Leichnam vorzufinden, keinen leeren Raum. Stattdessen empfängt sie dort zuerst ein Engel, der sowohl ihre Furcht als auch ihre Annahme im selben Atemzug anspricht: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag!" (Matthäus 28:5-6, Einheitsübersetzung). Man beachte, was der Engel nicht tut: Er behauptet nicht einfach etwas und geht weiter. Er lädt zur unmittelbaren Überprüfung ein —kommt und seht selbst.
Piero della Francesca, "Die Auferstehung," c. 1463-1465 — gemeinfrei.
Bestätigung innerhalb von Minuten, nicht von Tagen
Die Frauen müssen nicht lange warten, um diese Einladung an etwas mehr als einem leeren Raum zu prüfen. Als sie das Grab verlassen, "kam Jesus ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße" (Matthäus 28:9, Einheitsübersetzung). Es ist eine auffallend schnelle Bestätigung —keine längere Lücke zwischen der Ankündigung des Engels und ihrer Bestätigung, kein anhaltender Zweifel, der in den Erzählrhythmus selbst eingebaut wäre.
Zwei verschiedene Arten von Beweisen, die zusammenwirken
Gelehrte, die die Auferstehungsberichte untersuchen, behandeln das leere Grab und die berichteten Erscheinungen im Allgemeinen als zwei verbundene, aber eigenständige Handlungsstränge. Das leere Grab begründet, dass mit dem Leichnam etwas geschehen war; die Erscheinungen —unabhängig voneinander bei Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und in Paulus' eigenen Schriften bezeugt— versuchen zu erklären, was dieses Etwas war. Keines der beiden Elemente steht in den Evangelienberichten ganz für sich allein; sie werden so dargestellt, dass sie einander stützen, ein leerer Raum, gepaart mit einer Person, die anschließend wiederholt gesehen wurde.
Eine Zeugenliste, zu breit, um sie leicht abzutun
Was an den Erscheinungen besonders auffällt, ist ihre Bandbreite: Maria Magdalena und die anderen Frauen am Grab, Petrus einzeln, die versammelten Apostel als Gruppe, eine berichtete Versammlung von fünfhundert Menschen, und Jakobus. Das ist eine bemerkenswert breite und vielfältige Reihe berichteter Begegnungen, die verschiedene Zeiten, Orte und Gruppengrößen umspannt und über unabhängige Quellen hinweg festgehalten wurde, statt sich auf einen einzigen Bericht zu konzentrieren —und genau deshalb ist die Auferstehung seit zweitausend Jahren jene Behauptung geblieben, auf der der gesamte übrige christliche Glaube zu stehen oder zu fallen bestimmt wurde.
Trivia
Was fanden die Frauen vor, als sie das Grab erreichten?
Erschien Jesus noch am selben Tag jemandem?
Gilt das leere Grab allein als Beweis der Auferstehung?
Wer berichtete, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben?



