Papst Gregor der Große

Ein Palast, umgewandelt in ein Kloster
Gregors frühes Leben ließ wenig darauf schließen, dass er einmal die Kirche führen würde. Geboren um 540 in eine wohlhabende römische Patrizierfamilie, erhielt er eine breite Bildung in Recht, Heiliger Schrift und den Schriften der Kirchenväter und wurde im Alter von etwa 30 Jahren zum Präfekten Roms ernannt —ein angesehener ziviler Posten, bewundert sowohl von Mitbürgern als auch von den kaiserlichen Behörden. Alles änderte sich nach dem Tod seines Vaters, als Gregor den Palast seiner eigenen Familie auf dem Caelius in ein dem heiligen Andreas geweihtes Kloster verwandelte und aus dem öffentlichen Amt in das religiöse Leben trat.
Jacopo Vignali, "Der heilige Papst Gregor der Große," c. 1630 — gemeinfrei.
Zum Papst gewählt, widerstrebend
Nachdem er als päpstlicher Gesandter gedient und mehrere Klöster gegründet hatte, wurde Gregor 590 zum Papst gewählt —ein Amt, das er, den meisten Berichten zufolge, nur mit echtem Widerstreben annahm. Einmal im Amt, handelte er rasch und wurde zu dem, was Historiker als den Architekten des mittelalterlichen Papsttums betrachten: Er zentralisierte die päpstliche Verwaltung, um Missstände einzudämmen, legte den Kalender der Kirchenfeste fest, setzte den Zölibat des Klerus durch und stärkte insgesamt jene Institution, die zu führen er zunächst gezögert hatte.
Eine Mission auf eine heidnische Insel
Zu Gregors folgenreichsten Entscheidungen als Papst gehörte eine, die weit über Rom hinausreichte: die Entsendung einer später als gregorianische Mission bezeichneten Gesandtschaft unter Augustinus von Canterbury —Prior genau jenes Andreaskloster, das Gregor selbst gegründet hatte— zur Missionierung der heidnischen Angelsachsen Britanniens. Es war eine bewusste, weitreichende Investition in eine Region ohne jede Erfolgsgarantie, und sie wurde zum Fundament, auf dem die christliche Bekehrung Englands aufgebaut wurde.
Der Choral, der seinen Namen trägt
Gregors Vermächtnis reicht auch in die liturgische Musik hinein. Die vorherrschende Form des westlichen Choralgesangs, im späten 9. Jahrhundert vereinheitlicht, wurde ihm zu Ehren als gregorianischer Choral bezeichnet, und die Überlieferung schreibt ihm zu, das Antiphonar zusammengestellt, neue Stile in die Kirchenmusik eingeführt und die Schola Cantorum, die renommierte Ausbildungsschule für Sänger, gegründet zu haben. Zusammen mit Ambrosius, Augustinus und Hieronymus zählt er zu den vier großen Kirchenlehrern —ein widerstrebender Papst, dessen Name am Ende sowohl mit einem reformierten Papsttum als auch mit einer bis heute gesungenen musikalischen Tradition verbunden blieb.
Trivia
Was war Gregors Laufbahn, bevor er Papst wurde?
Wollte Gregor überhaupt Papst werden?
Welche Verbindung hat Gregor zum gregorianischen Choral?
Für welche Mission ist Gregor am bekanntesten?



