Der Heilige Antonius von Padua

Ein portugiesischer Adliger, der sich für die Franziskaner entschied
Antonius wurde 1195 als Fernando Martins de Bulhões in Lissabon geboren, in eine Familie mit gewissem Ansehen, und trat zunächst einem Orden augustinischer Chorherren bei, bevor er zu den neu gegründeten Franziskanern wechselte — einer viel neueren, weitaus radikaleren Bewegung, aufgebaut auf Armut und öffentlicher Predigt. Der Wechsel kostete ihn seinen Geburtsnamen; er nahm bei seinem Eintritt in die franziskanische Gemeinschaft "Antonius" an, und es ist dieser Name, an den sich die Geschichte erinnert, nicht der, mit dem er geboren wurde.
Bartolomé Esteban Murillo, "Der heilige Antonius von Padua mit dem Christuskind," 17. Jahrhundert — gemeinfrei.
Zufällig entdeckt
Der Überlieferung nach wurden Antonius' Gaben als Prediger fast durch Zufall enthüllt. Bei einer Ordinationsfeier, bei der niemand sonst bereit war, die Predigt zu halten, wurde Antonius — von dem man ein ruhigeres, beschauliches Leben innerhalb des Ordens erwartete — stattdessen gebeten zu sprechen. Was dabei herauskam, überraschte alle Anwesenden, einschließlich seiner eigenen Vorgesetzten, und stieß ihn rasch in eine Predigerlaufbahn durch Italien und Frankreich, die ihn zu einer der gefragtesten Stimmen seiner Generation machte, bewundert sowohl für seine Kenntnis der Schrift als auch für seine Fähigkeit, eine Menge zu fesseln.
Der Patron der verlorenen Dinge
Antonius' bekanntestes Patronat heute hat eine spezifische, oft wiederholte Ursprungsgeschichte: Ein Novize soll die Gemeinschaft verlassen und dabei einen Psalter mitgenommen haben — ein Buch der Psalmen, das Antonius nutzte und sehr schätzte, wahrscheinlich mit seinen eigenen Notizen und Kommentaren versehen. Antonius betete inständig um dessen Rückkehr, und der Überlieferung nach brachte der Novize, von seinem Gewissen geplagt, sowohl das Buch als auch sich selbst zurück. Diese Geschichte ist der Grund, warum so viele Katholiken heute Antonius um Fürsprache bitten, wenn sie etwas Verlegtes suchen — ein Patronat, das aus einem konkreten Verlust erwuchs, den er persönlich empfand und um dessen Behebung er direkt betete.
Als Kirchenlehrer anerkannt
Antonius starb 1231 mit nur fünfunddreißig Jahren und wurde innerhalb eines Jahres heiliggesprochen — eine der schnellsten Heiligsprechungen in der Geschichte der Kirche, ein Spiegelbild dafür, wie unmittelbar und weit verbreitet seine Heiligkeit von denen anerkannt wurde, die ihn gekannt hatten. 1946 ernannte Papst Pius XII. ihn zum Kirchenlehrer und stellte ihn damit neben Gestalten wie Thomas von Aquin als einen der maßgeblichsten Lehrer der Tradition. Es ist eine formelle, gelehrte Ehrung für einen Mann, dessen dauerhafteste volkstümliche Bekanntheit weit einfacher ist: der Heilige, an den sich die Menschen als Erstes wenden, wenn etwas, das sie brauchen, verschwunden ist.


