Der heilige Johannes Baptist de Rossi

Jahrelang wagte sich ein römischer Priester aus Angst vor der eigenen Krankheit nicht in den Beichtstuhl. Als er es endlich tat, wurde er zu einem der gefragtesten Beichtväter der Stadt — er saß stundenlang bei den Armen und Analphabeten, für die sonst niemand Zeit hatte.
Saint John Baptist de Rossi
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Sohn einer armen Familie, nach Rom gerufen

Johannes Baptist de Rossi wurde am 22. Februar 1698 in Voltaggio im Piemont als Sohn einer frommen, aber armen Familie geboren. 1711 rief ihn sein Cousin, der Kanoniker Lorenzo de Rossi, nach Rom, wo er sein Studium am Collegium Romanum unter den Jesuiten abschloss — ein Weg, der einen Jungen aus einer kleinen Provinzstadt direkt ins Herz der Hauptstadt der Kirche führte.

Ein Porträt eines römisch-katholischen Priesters in dunklen geistlichen Gewändern mit weißem Kragen, die Hände gefaltet, sanft nach vorn blickend.

Porträt des heiligen Johannes Baptist de Rossi, 18. Jahrhundert — gemeinfrei.

Geweiht trotz eines Leidens, das ihn ängstigte

Er wurde am 8. März 1721 zum Priester geweiht, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten. Jahre übertrieben strenger Bußübungen hatten bei ihm Epilepsie hinterlassen, und er konnte nur mit einer besonderen Dispens geweiht werden. Noch jahrelang danach hielt ihn genau dieses Leiden von einer der zentralen Pflichten eines Priesters fern: Er fürchtete sich zu sehr vor seiner eigenen Krankheit, um überhaupt im Beichtstuhl zu sitzen.

Ein Dienst an den Vergessenen Roms

Während er beim Thema Beichte zögerte, fand er andere Wege zu dienen. Er widmete sich den Kranken, Obdachlosen und Prostituierten Roms, besuchte tagsüber Krankenhäuser und kümmerte sich nachts um Menschen, die auf der Straße lebten, und half mit, ein Hospiz für obdachlose Frauen bei Santa Galla zu gründen. Erst 1738 überzeugte ihn sein Bischof schließlich, Beichte zu hören, und erteilte ihm die Vollmacht, dies in jeder Kirche Roms zu tun. Einmal begonnen, zeigte er besonderen Eifer darin, gezielt die Beichte von Analphabeten und Armen zu suchen — genau jenen Menschen, die andere Beichtväter oft übersahen —, und fand sie in Krankenhäusern und Wohnungen auf, statt hinter einem Gitter auf sie zu warten.

Ein stiller Tod, eine bleibende Anerkennung

Johannes Baptist de Rossi starb am 23. Mai 1764 in seinem Zimmer bei Trinità dei Pellegrini. Papst Pius IX. sprach ihn am 13. Mai 1860 selig, und Papst Leo XIII. sprach ihn am 8. Dezember 1881 heilig — eine Anerkennung, mehr als ein Jahrhundert später, für einen Mann, dessen Wirken genau auf jener Angst aufgebaut war, die er schließlich überwand.

Trivia

Wer war der heilige Johannes Baptist de Rossi?
Ein italienischer Priester (1698-1764), der sein Wirken in Rom der Pflege von Kranken, Obdachlosen und Prostituierten widmete und für seine außergewöhnliche Geduld als Beichtvater bekannt wurde.
Warum fürchtete er sich davor, Beichte zu hören?
Er litt an Epilepsie, verursacht durch übertrieben strenge Bußübungen in seiner Jugend, und fürchtete jahrelang, sein Zustand mache ihn untauglich für den Beichtstuhl — bis sein Bischof ihn nach 1738 vom Gegenteil überzeugte.
Was machte sein Wirken als Beichtvater besonders?
Er zeigte besonderen Eifer darin, gezielt die Beichte von Analphabeten und Armen zu suchen, indem er sie aktiv in Krankenhäusern und Wohnungen aufsuchte, statt darauf zu warten, dass sie zu ihm kamen.
Wann wurde er heiliggesprochen?
Er wurde 1860 von Papst Pius IX. seliggesprochen und am 8. Dezember 1881 von Papst Leo XIII. heiliggesprochen.
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