Der heilige Thomas

Thomas ist nicht im Raum, als der auferstandene Jesus den Jüngern zum ersten Mal erscheint, und als sie ihm erzählen, was er verpasst hat, weigert er sich, ihnen einfach zu glauben. Er will die Wunden selbst sehen —sie sogar berühren— bevor er auch nur ein Wort davon für wahr hält.
Saint Thomas the Apostle
Möchtest du Thomas' ehrlichen, hart erkämpften Glauben über deinem eigenen Zuhause? Saint Thomas the Apostle

Sich weigern, jemandem einfach zu glauben

Als der auferstandene Jesus den Jüngern zum ersten Mal erscheint, ist Thomas nicht im Raum —und als die anderen es ihm später erzählen, mildert er seinen Unglauben keineswegs ab: "Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht" (Johannes 20:25, Einheitsübersetzung). Es ist eine auffallend konkrete Forderung, keine vage Skepsis —Thomas benennt genau, was ihn überzeugen würde, und nichts weniger.

Ein dramatisches Gemälde eines Mannes, der sich nahe heranbeugt, um die Wunde in Christi Seite zu berühren, umgeben von weiteren Zuschauern.

Caravaggio, "Der ungläubige Thomas," c. 1601-1602 — gemeinfrei.

Genau dort abgeholt, wo er stand

Eine Woche später erscheint Jesus erneut, und diesmal ist Thomas anwesend. Was folgt, ist keine Zurechtweisung. Jesus geht direkt auf die Bedingung ein, die Thomas gestellt hatte: "Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" (Johannes 20:27, Einheitsübersetzung). Kein Tadel für den Zweifel selbst ist überliefert —nur eine Einladung zu genau dem Beweis, den Thomas verlangt hatte.

Das klarste Bekenntnis der Evangelien

Thomas' Antwort ist unmittelbar und vorbehaltlos: "Mein Herr und mein Gott!" (Johannes 20:28, Einheitsübersetzung). Es ist eines der direktesten, uneingeschränktesten Bekenntnisse zur Göttlichkeit Jesu, das irgendjemand in den Evangelien ausspricht —und es kommt, fast paradox, von genau dem Jünger, der eben noch beteuert hatte, ohne körperlichen Beweis nicht zu glauben. Jesu Antwort blickt über Thomas hinaus auf alle, die nach ihm kommen würden: "Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben" (Johannes 20:29, Einheitsübersetzung).

Der Apostel, der am weitesten ging

Was aus Thomas später wurde, lässt sich schwerer mit Sicherheit belegen, doch eine lange, gut bewahrte Überlieferung besagt, dass er weiter reiste als jeder andere Apostel —bis nach Indien. Die Thomas-Christen von Kerala bewahren bis heute die ununterbrochene Tradition, dass er im Jahr 52 n. Chr. in Muziris landete und mehrere der frühesten christlichen Gemeinden der Region gründete —womit der Mann, an den man sich wegen seiner Beweisforderung erinnert, zugleich als derjenige gilt, der den Glauben an eine seiner entferntesten frühen Grenzen trug.

Trivia

Warum wird Thomas als 'ungläubiger Thomas' in Erinnerung behalten?
Als die anderen Jünger ihm erzählten, sie hätten den auferstandenen Jesus gesehen, sagte Thomas: "Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht" (Johannes 20:25) —er lehnte damit selbst das Zeugnis enger Freunde aus zweiter Hand ab.
Was geschah, als Jesus Thomas tatsächlich erschien?
Jesus lud ihn direkt ein: "Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" (Johannes 20:27) —er erfüllte damit genau die Bedingung, die Thomas gestellt hatte, statt ihn dafür zurechtzuweisen.
Was sagte Thomas, als sein Zweifel zerbrach?
Ganz einfach: "Mein Herr und mein Gott!" (Johannes 20:28) —eines der direktesten Bekenntnisse zur Göttlichkeit Jesu im gesamten Evangelium, ausgesprochen ausgerechnet von dem Jünger, der sich gerade noch geweigert hatte, ohne Beweis zu glauben.
Wohin ging Thomas nach der Himmelfahrt Jesu?
Der Überlieferung nach reiste er weiter als jeder andere Apostel und predigte in Indien, wo die Thomas-Christen von Kerala bis heute die ununterbrochene Tradition bewahren, dass er im Jahr 52 n. Chr. in Muziris landete und mehrere ihrer ältesten Gemeinden gründete.
Saint Thomas the Apostle
Möchtest du Thomas' ehrlichen, hart erkämpften Glauben über deinem eigenen Zuhause? Saint Thomas the Apostle
✦   Link copied

Find us

Explore the full collection and bring sacred art into your home.