Der heilige Germanus von Paris

Vierzig Jahre lang versuchte ein Bischof, weitgehend erfolglos, streitende fränkische Könige davon abzubringen, sich gegenseitig die Reiche zu zerreißen — und gründete dabei ein Kloster, das seinen Namen bis heute trägt.
Saint Germanus of Paris
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Von einem Vetter erzogen, zum Abt geweiht

Germanus wurde um 496 in der Nähe von Autun in Gallien geboren, als Sohn von Eltern namens Eleutherius und Eusebia. Er wurde unter der Obhut seines Vetters Scapilion, eines Priesters, in Avallon und Luzy erzogen. 530, mit vierunddreißig Jahren, wurde er von Agrippinus, dem Bischof von Autun, zum Priester geweiht und zum Abt des Klosters St. Symphorien bei Autun ernannt, wo er ein Leben harter Arbeit und großzügigen Almosengebens führte.

Ein Porträt eines frühmittelalterlichen katholischen Bischofs in schlichten Gewändern, einen Bischofsstab haltend, mit ernstem Ausdruck.

Traditionelle Darstellung des heiligen Germanus von Paris — gemeinfrei.

Vierzig Jahre als Bischof von Paris

Germanus wirkte von 536 bis zu seinem Tod 576 als Bischof von Paris — eine Amtszeit von vierzig Jahren. In dieser Zeit gründete er in Paris ein Kloster, das heute als Saint-Germain-des-Prés bekannt ist, bis heute eine der historisch bedeutsamsten religiösen Gründungen der Stadt, und setzte dasselbe strenge, wohltätige Lebensmuster fort, das schon seine Jahre als Abt geprägt hatte.

Ein weitgehend erfolgloser Friedensstifter

Einen Großteil seines bischöflichen Wirkens verbrachte er damit, die fränkischen Könige seiner Zeit zu bändigen, deren Rivalitäten das Reich wiederholt in Bürgerkrieg stürzten. Er nahm zu diesem Zweck an zahlreichen Kirchenkonzilien teil, darunter dem dritten und vierten Konzil von Paris 557 und 573 sowie dem zweiten Konzil von Tours 566 — Bemühungen um Frieden, die den meisten Berichten zufolge gegen den Ehrgeiz der streitenden Brüder und ihrer Frauen weitgehend erfolglos blieben.

Eine Liturgie, schriftlich bewahrt

Zu Germanus' bleibenden Beiträgen zählt seine "Auslegung der Liturgie", eine authentische Aufzeichnung des gallikanischen Ritus, der in Frankreich verwendet wurde, bevor dort später der römische Ritus eingeführt wurde. Er starb am 28. Mai 576, nachdem er vier Jahrzehnte lang, ohne vollen Erfolg, versucht hatte, Frieden unter streitenden Königen zu stiften — ein Bischof, an den man sich heute ebenso für seine Nächstenliebe gegenüber den Armen erinnert wie für den politischen Frieden, der ihm entging.

Trivia

Wer war der heilige Germanus von Paris?
Geboren um 496 in der Nähe von Autun in Gallien, wirkte er von 536 bis 576 als Bischof von Paris und wurde zu seiner Zeit als 'Vater der Armen' für sein großzügiges Almosengeben bekannt.
Welches Kloster wird mit ihm in Verbindung gebracht?
Er gründete in Paris ein Kloster, das heute als Saint-Germain-des-Prés bekannt ist, eine der ältesten und historisch bedeutsamsten religiösen Gründungen der Stadt.
Wie war sein Verhältnis zu den fränkischen Königen seiner Zeit?
Er versuchte mutig, wenn auch weitgehend erfolglos, den Bürgerkrieg zwischen streitenden fränkischen Königen zu beenden und ihre Grausamkeit einzudämmen, und nahm dazu an mehreren bedeutenden Kirchenkonzilien teil.
Für welches schriftliche Werk ist er bekannt?
Ihm wird die 'Auslegung der Liturgie' zugeschrieben, die den gallikanischen liturgischen Ritus dokumentiert, der in Frankreich verwendet wurde, bevor später der römische Ritus eingeführt wurde.
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