Der heilige Romuald
Ein Duell, und vierzig Tage, die nie endeten
Romuald wurde um 951 in Ravenna, Italien, geboren, in die adlige Familie Onesti. Petrus Damianis Lebensbeschreibung aus dem 11. Jahrhundert zufolge — verfasst Jahrzehnte nach Romualds Tod und eher als hagiografische Überlieferung denn als zeitgenössische Mitschrift zu lesen — erlebte der junge Adlige, wie sein eigener Vater bei einem Duell um einen Landstreit einen Verwandten tötete. Entsetzt über das Gesehene zog sich Romuald in die Benediktinerabtei Sant'Apollinare in Classe bei Ravenna zurück, um vierzig Tage Buße im Namen seines Vaters zu leisten.
Andrea Sacchi, Die Vision des heiligen Romuald, 1631, Pinacoteca Vaticana — gemeinfrei.
Der Dialog und die genauen Umstände dieser Geschichte sind über eine Quelle überliefert, die zwei Generationen von den Ereignissen entfernt liegt, weshalb die Details nicht als verifizierte Mitschrift behandelt werden sollten. Was Historiker als grob zuverlässig anerkennen, ist der Umriss: Ein junger Mann von adliger Geburt trat früh ins Klosterleben ein, ausgelöst durch eine persönliche Krise in der eigenen Familie. Die vierzig Tage, was auch immer sie genau veranlasst hatte, endeten nie wirklich — Romuald blieb.
Ein Eremit, der ständig weiterzog
Nach seiner Zeit in Sant'Apollinare suchte Romuald nach einer strengeren Schulung, als sie die dortige benediktinische Gemeinschaft bieten konnte, und studierte bei einem Eremiten namens Marinus in Venedig. Von dort aus durchquerte er in den folgenden Jahrzehnten wiederholt Italien, gründete und reformierte Einsiedeleien und Klöster und drängte stets auf strengere Observanz, als sie die jeweilige Gemeinschaft, der er sich gerade angeschlossen hatte, bereits praktizierte. Er unternahm sogar einen Missionsversuch in Richtung Ungarn, der durch Krankheit vorzeitig beendet wurde.
Es ist verlockend, diese Rastlosigkeit als reinen Reformeifer zu lesen, und Historiker schreiben Romuald tatsächlich weithin ein echtes Charisma der Erneuerung zu. Doch es lohnt sich, ehrlich auch die menschlichere Deutung zu benennen, die direkt daneben steht: ein Mann, der so oft umzog und so viele Projekte zurückließ, sobald sie etabliert waren, mag auch jemand gewesen sein, der schlicht Schwierigkeiten hatte, sich niederzulassen. Beides kann zugleich wahr sein, und ein Gründer, der nie wirklich mit dem Gründen fertig wurde, ist eine komplexere, glaubwürdigere Gestalt als eine rein triumphale.
Camaldoli: Eremitenzellen über einem Kloster
Um 1012 brachte diese Rastlosigkeit Romualds bleibendstes Werk hervor. In den toskanischen Hügeln bei Arezzo gründete er Camaldoli, eine Gemeinschaft mit einer wirklich eigenständigen Struktur: einzelne Eremitenzellen für Mönche, die in strenger Einsamkeit lebten, oberhalb eines kleineren Gemeinschaftsklosters, das sie versorgte. Sie verband zwei mönchische Instinkte, zwischen denen die meisten Orden sich entscheiden mussten — die einsame Intensität des Wüsteneremiten und die geteilte Struktur des Gemeinschaftslebens — zu einem einzigen, funktionierenden Modell. Dieses Modell prägte fortan den Kamaldulenserorden, einen Reformzweig des benediktinischen Mönchtums, der ihm bis heute folgt.
„Sitze in deiner Zelle wie im Paradies“
Romuald hinterließ einen kurzen Anleitungstext für einsame Mönche, bekannt als Kurzregel oder Regula brevis. Er ist nicht in seiner eigenen Handschrift überliefert; er ist erhalten durch die „Vita der fünf Brüder“ des heiligen Bruno von Querfurt, verfasst um 1006, in der Bruno ihn nach dem Zeugnis eines Mönchs namens Johannes aufzeichnet, der Romuald persönlich gekannt hatte. Seine meistzitierte Passage liest sich noch neun Jahrhunderte später wie eine bemerkenswert unmittelbare geistliche Unterweisung:
„Sitze in deiner Zelle wie im Paradies; lass die ganze Welt hinter dir und vergiss sie; wie ein geschickter Angler, der nach einem Fang Ausschau hält, behalte deine Gedanken sorgfältig im Blick... erkenne vor allem, dass du in der Gegenwart Gottes bist, und stehe dort mit der Haltung dessen, der vor dem Kaiser steht. Entleere dich vollständig und sitze wartend, zufrieden mit der Gnade Gottes, wie das Küken, das nichts schmeckt und nichts isst außer dem, was ihm seine Mutter bringt.“
Heiliggesprochen durch Eintragung, nicht durch Bulle
Romuald starb am 19. Juni 1027 im Kloster Val di Castro. Er wurde nicht durch das formelle Bullenverfahren heiliggesprochen, wie es aus späteren Jahrhunderten vertraut ist; stattdessen bestätigte Papst Klemens VIII. seinen Kult und ließ ihn 1595 unmittelbar in das Römische Martyrologium eintragen — einen im katholischen Kirchenrecht anerkannten Mechanismus namens äquipollente oder gleichwertige Kanonisation —, denselben Weg, der auch beim heiligen Bruno von Köln beschritten wurde, und der trotz Auslassung des vertrauteren modernen Verfahrens als volle Heiligsprechung gilt.
Sein Gedenktag wird am 19. Juni begangen, in der Kalenderreform von 1969 auf sein tatsächliches Todesdatum zurückgeführt; davor war er seit 1595 am 7. Februar verzeichnet, dem Datum einer Reliquienübertragung. Romuald wird heute als Patron der Eremiten verehrt — ein Patronat, das keiner Ausschmückung bedarf, denn es ergibt sich unmittelbar aus einem Leben, das rastlos und immer wieder darauf verwendet wurde, einen Ort zu errichten, der still genug zum Beten war.






