Die heilige Margareta von Cortona
Eine schwierige Kindheit und eine skandalöse Wahl
Margareta wurde um 1247 in Laviano geboren, einer Stadt auf dem toskanischen Land nahe dem Trasimenischen See, in eine Bauernfamilie. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Kind war, und ihre Beziehung zur zweiten Frau ihres Vaters war, allen erhaltenen Berichten zufolge, schwer belastet — Margareta beschrieb später das Gefühl, zu Hause nicht erwünscht zu sein, eine Wunde, die vermutlich das prägte, was folgte. Als Jugendliche verließ sie ihr Zuhause und ging eine Beziehung mit einem jungen Adligen aus dem nahegelegenen Montepulciano ein, wurde seine Gefährtin, ohne den Segen der Ehe, für rund neun Jahre, in denen sie ihm einen Sohn gebar.
Gaspare Traversi, Die heilige Margareta von Cortona, um 1758, The Metropolitan Museum of Art — gemeinfrei (CC0).
Welche Zuneigung oder Sicherheit die Beziehung Margareta auch bot, sie kostete sie dauerhaft ihre Stellung innerhalb der eigenen Familie und Gemeinschaft — eine unverheiratete Frau, die offen als Gefährtin eines Adligen lebte, war in der Toskana des 13. Jahrhunderts ein ernster, bleibender Skandal, der die meisten ehrbaren Wege zurück ins gewöhnliche gesellschaftliche Leben verschloss, selbst wenn die Beziehung fortbestanden hätte. Sie bestand nicht fort. Der traditionellen Überlieferung nach, weitergegeben durch ihre frühesten Biografen, wurde Margaretas Gefährte auf einer Reise überfallen und ermordet, und es war sein Jagdhund — merkwürdig unruhig und nicht zu beruhigen —, der sie schließlich zu der Stelle im Wald führte, an der sein Leib versteckt worden war.
Eine öffentliche, schonungslose Buße
Der Schock, den Leichnam zu finden, wird in jedem frühen Bericht über ihr Leben als der Moment beschrieben, der Margaretas altes Leben gänzlich zerbrach. Sie trauerte nicht einfach still und kehrte ruhig nach Hause zurück. Stattdessen verschenkte sie, was sie besaß, nahm ihren kleinen Sohn und ging zum Franziskanerkloster in der nahegelegenen Stadt Cortona, um öffentliche Buße zu suchen — ein förmlicher, sichtbarer Prozess der Versöhnung mit der Kirche, in der mittelalterlichen Praxis verbreitet genug, doch selten mit der Intensität ausgeübt, die Margareta ihm entgegenbrachte. Die Brüder, misstrauisch wegen ihres skandalösen Rufs und unsicher, ob ihre Bekehrung echt oder nur eine vorübergehende Krise war, wiesen sie zunächst ab.
Margareta beharrte, und im Verlauf der folgenden Monate und Jahre gewann sie die Franziskanergemeinschaft durch die schiere sichtbare Ernsthaftigkeit ihrer Buße für sich — Fasten, Selbstverleugnung und öffentliche Demut, ausgeübt in einem Ausmaß, das selbst unter Geistlichen Aufsehen erregte, die an asketische Praxis als normalen Teil mittelalterlichen religiösen Lebens gewöhnt waren. Sie wurde schließlich als Franziskaner-Terziarin aufgenommen, Mitglied des Dritten Ordens — Laien, die sich einer vom heiligen Franziskus von Assisi inspirierten Lebensregel verpflichten, ohne die vollen Gelübde eines Ordensbruders oder einer Ordensschwester abzulegen, und die franziskanische Spiritualität leben, während sie im gewöhnlichen weltlichen Leben aktiv bleiben. Es lohnt sich, offen zu benennen, im Einklang mit der sorgfältigen Unterscheidung der Kirche selbst zwischen gesicherter Geschichte und frommer Überlieferung, dass einige Details aus Margaretas frühem Leben — besonders die genauen Umstände, unter denen der Hund sie zum Leichnam führte — durch hagiografische Nacherzählung überliefert sind, nicht durch unabhängige zeitgenössische Dokumentation, auch wenn der grobe Umriss ihres skandalösen frühen Lebens und ihrer dramatischen späteren Bekehrung gut belegt ist.
Von privater Buße zu öffentlicher Nächstenliebe
Was Margareta von einer Büßerin unterscheidet, die sich einfach in private Askese zurückzog, ist, wie unmittelbar sich ihre innere Bekehrung in anhaltenden öffentlichen Dienst übersetzte. Sie gründete in Cortona ein Hospital, das sich der Pflege von Armen und Kranken widmete, und organisierte eine Bruderschaft von Laienfrauen — bekannt als die Poverelle, die "kleinen armen Frauen" —, verpflichtet zu fortlaufender karitativer Arbeit unter den Bedürftigen der Stadt. Das war kein kurzer Ausbruch bußfertiger Energie, der mit der Zeit verblasste; Margareta trug sowohl das Hospital als auch die Bruderschaft jahrzehntelang, und lenkte dieselbe Intensität, die ihre frühe Buße prägte, in praktische, dauerhafte Einrichtungen um, die sie überlebten.
Neben diesem aktiven karitativen Leben beschreiben Margaretas spätere Biografen ein zunehmend reiches inneres und mystisches Gebetsleben, einschließlich berichteter Visionen und einer besonders engen Andacht zum Gekreuzigten Christus, den sie in lebhafter, schmerzerfüllter Meditation über seine Passion erfahren beschrieb — ein Andachtsstil, den sie mit anderen mittelalterlichen Büßerinnen ihrer Zeit teilte, die körperliche Buße und mystisches Gebet als zwei Ausdrücke derselben zugrunde liegenden Bekehrung verstanden, nicht als getrennte oder konkurrierende Praktiken.
Heiligsprechung Jahrhunderte später
Margareta starb am 22. Februar 1297 in Cortona, und die Verehrung ihrer Person begann fast unmittelbar vor Ort, gefördert von der Franziskanergemeinschaft der Stadt und von gewöhnlichen Bewohnern, die ihre Wandlung und ihre karitative Arbeit über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg aus erster Hand miterlebt hatten. Die förmliche Heiligsprechung jedoch brauchte erheblich länger — Papst Benedikt XIII. sprach sie 1728 heilig, weit über vier Jahrhunderte nach ihrem Tod, eine Lücke, die für mittelalterliche Büßerinnen nicht ungewöhnlich ist, deren Verfahren die institutionelle Unterstützung fehlte, die besser vernetzte Kandidaten für die Heiligkeit oft rascher erhielten.
Ihr Gedenktag wird am 22. Februar begangen, und sie bleibt eine besonders eindrucksvolle Gestalt für jeden, der Heiligkeit nur mit Menschen verbindet, die nie eine komplizierte oder skandalöse Vergangenheit hatten — Margaretas Geschichte besteht stattdessen darauf, dass die schwerste Sünde nicht disqualifiziert und dass sogar ein dramatischer Fall zum Ausgangspunkt einer ebenso dramatischen und dauerhaften Bekehrung werden kann.






