Die zwei Engel, die bei der Himmelfahrt erschienen
Ein bezeugter Abschied, dann unterbrochen
Die Himmelfahrt markiert einen der bedeutsamsten Übergänge in der gesamten neutestamentlichen Erzählung — den Augenblick, in dem Jesus, vierzig Tage nach seiner Auferstehung, seine Jünger ein letztes Mal am Ölberg nahe Jerusalem versammelt und ihren Blicken entzogen in den Himmel aufgenommen wird. Lukas, der sowohl sein Evangelium als auch die Apostelgeschichte schrieb, beschreibt es mit der ihm eigenen Sparsamkeit: "Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apostelgeschichte 1,9).
Rembrandt van Rijn, Die Himmelfahrt Christi, 1636, Alte Pinakothek, München — gemeinfrei.
Was unmittelbar danach geschieht, gibt der Szene ihre volle Gestalt. Die Jünger starren verständlicherweise weiter nach oben — offenbar widerwillig, den Blick von der Stelle abzuwenden, an der Jesus gerade verschwunden war. "Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen" (Apostelgeschichte 1,10). Der Text beschreibt nicht, wie sie allmählich ankamen oder wie ihre Annäherung bemerkt wurde; sie sind einfach, plötzlich, da.
Eine sanfte Frage mit einer Botschaft darin
Die beiden Gestalten verharren nicht schweigend. Ihre Worte wirken zugleich als milde Zurechtweisung und als Verheißung: "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen" (Apostelgeschichte 1,11). Es ist eine kurze Aussage, doch sie leistet in sehr wenigen Worten beträchtliche theologische Arbeit — sie erkennt an, dass Jesus wirklich fortgegangen ist, und lenkt zugleich den Blick der Jünger von diesem Fortgang weg hin zu einer gewissen zukünftigen Wiederkunft.
Die sanfte Korrektur, die in der Frage steckt — im Grunde: "Warum schaut ihr noch hinauf, als würde das Starren ihn früher zurückbringen?" — wurde von Kommentatoren oft als umfassendere Lehre darüber gelesen, wie Glaube nach diesem Augenblick funktionieren soll: nicht durch passives, auf den Himmel gerichtetes Warten, sondern durch das aktive Werk, zu dem die Jünger gleich ausgesandt werden, beginnend nur wenige Kapitel später mit den Ereignissen von Pfingsten.
Werden sie ausdrücklich Engel genannt?
Die Apostelgeschichte beschreibt die beiden Gestalten nur als "Männer in weißen Gewändern" und vermeidet es, das Wort "Engel" unmittelbar zu verwenden — ein Detail, bei dem Genauigkeit wichtig ist. Doch die Beschreibung trägt unverkennbare Anklänge an andere engelhafte Erscheinungen, die Lukas selbst festhält. Am leeren Grab, im Lukasevangelium, begegnen die Frauen "zwei Männern in leuchtenden Gewändern" (Lukas 24,4), die die Nachricht der Auferstehung überbringen — eine Szene, ausführlicher behandelt im Bericht vom Engel am leeren Grab —, und die Sprache jener Passage spiegelt eng die Himmelfahrtsszene in der Apostelgeschichte wider.
Angesichts sowohl der geteilten Bildsprache über Lukas' zweiteiliges Werk hinweg als auch des breiteren biblischen Musters, dass Engel an entscheidenden Momenten der Heilsgeschichte in hellen oder weißen Gewändern erscheinen, hat die christliche Tradition diese beiden Gestalten bei der Himmelfahrt durchgängig und fast einhellig als Engel verstanden, auch wenn das konkrete Wort im Text selbst zurückgehalten wird. Es ist ein Muster zurückhaltender, unterspielter Engelbeschreibung, das auch andernorts in der Schrift vorkommt — die Funktion und Erscheinung des Boten sprechen oft klar genug, ohne dass der Erzähler das Etikett ausdrücklich liefern müsste.
Manche Ausleger sehen in der Himmelfahrtsszene zudem einen bewussten Widerhall der Entrückung des Propheten Elija im zweiten Buch der Könige, wo Elischa seinem scheidenden Meister ebenfalls nachschaut, bis dieser seinen Blicken entzogen wird, und daraufhin dessen Mantel als Zeichen prophetischer Nachfolge aufnimmt. Die Parallele ist nicht wörtlich — anders als bei Elija tritt bei Jesu Himmelfahrt kein feuriger Wagen auf, und die Rolle des Elischa wird bei Lukas gewissermaßen von den beiden Engeln übernommen, die die Jünger in ihre neue Sendung weisen —, doch sie verbindet die Szene mit einer vertrauten alttestamentlichen Erzähltradition vom sichtbaren Abschied eines Gottesmannes, der zugleich die Nachfolgenden mit einem klaren Auftrag zurücklässt.
Eine Verheißung, die den christlichen Glauben an die Wiederkunft prägt
Die Aussage der Engel — dass Jesus "ebenso wiederkommen" werde, "wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen" — trägt ein Gewicht, das weit über die unmittelbare Szene hinausreicht. Die katholische Tradition liest diese kurze Verheißung als eine der klarsten und frühesten schriftlichen Verankerungen der Lehre von der Wiederkunft Christi, dem Glauben, dass Christus am Ende der Zeit sichtbar und leiblich wiederkommen wird, eine im Nizänischen Glaubensbekenntnis, das bei jeder Sonntagsmesse gesprochen wird, formulierte Lehre: "Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten."
Die Genauigkeit der Formulierung der Engel — "ebenso" — wurde traditionell so verstanden, dass, so wie die Himmelfahrt sichtbar, leiblich und unmittelbar von den Jüngern bezeugt war, statt in einem rein geistigen oder unsichtbaren Sinn zu geschehen, ebenso Christi Wiederkunft ein echtes, sichtbares und unverkennbares Ereignis sein wird, kein verborgenes oder bloß symbolisches Geschehen.
Warum diese kurze Szene weiterhin wichtig ist
Der Bericht von der Himmelfahrt in der Apostelgeschichte ist kurz — nur eine Handvoll Verse —, doch er erfüllt etwas strukturell Wichtiges innerhalb der weiteren neutestamentlichen Erzählung. Er schließt die Zeit von Jesu irdischer, sichtbarer Gegenwart bei den Jüngern ab und eröffnet die Epoche, der die Apostelgeschichte den Rest ihrer Seiten widmet: das frühe Leben der Kirche, nun nicht mehr von Jesu unmittelbarer physischer Gegenwart geleitet, sondern vom Heiligen Geist, dessen Kommen Jesus verheißen hatte. Die Erscheinung der beiden Engel, so kurz sie auch ist, markiert diesen Angelpunkt deutlich — sie wendet die Augen der Jünger, und damit auch die des Lesers, vom Himmel, in dem Jesus verschwand, weg und hin zu der Arbeit und der verheißenen Wiederkunft, die noch bevorsteht.





